Mit sanften Mitteln gegen Zahnschmerz und Entzündung

Wenn Zahnschmerzen uns den Schlaf rauben, greifen wir gerne schnell zum pharmazeutischen Schmerzmittel, damit das unangenehme Pochen aufhört. Auch Entzündungen im Mund- oder Rachenraum sind äußerst schmerzhaft, und der Patient wünscht sich vom Zahnarzt schnelle Abhilfe. In beiden Fällen kann der Zahnarzt zu pflanzlichen Medikamenten raten, die die Beschwerden „ohne Chemie“ zügig lindern können. Viele Kräuter enthalten Wirkstoffe, die bei Zahnschmerzen und Entzündungen im Mundraum wirksam helfen. Im Frühsommer erntet man den Wiesensalbei, dessen Blüten nicht nur dekorativ sind, sondern vor allem einen Extrakt liefern, der hoch wirksam bei Entzündungen ist – ebenso wie das Salbei-Öl. Diese Extrakte sind in mehreren Medikamenten enthalten, doch das Öl kann – ähnlich wie Nelkenöl – direkt aufgetragen werden und sorgt dafür, dass Bakterien in Zahnbelägen schnell abgetötet werden.

Auch Weidenrinde und Ananas liefern wirksame Stoffe

Die Weidenrinde liefert mit dem enthaltenen Salicin den Hauptwirkstoff für fiebersenkende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente. Das bekannteste Medikament, das Salicin enthält, ist Aspirin. Doch auch Tee aus der Weidenrinde kann helfen. Sobald der Wirkstoff Salicin im Körper ist, beginnt in Darm und Leber der Prozess, der das Salicin in Salicylsäure verwandelt. Es kann ein paar Tage dauern, bis die Wirkung sich entfaltet hat, doch dann wird sie spürbar. Daher ist gerade die Weidenrinde auch hilfreich bei chronischen oder immer wiederkehrenden Beschwerden. Die Ananas ist nicht nur eine wohlschmeckende Frucht. Als Lieferant des Enzyms Bromelain ist sie ebenfalls Teil von Medikamenten, die im Bereich der Oralchirurgie eingesetzt werden, z.B. nach Zahnextraktionen. Das liegt an der abschwellenden und blutverdünnenden Wirkung des Bromelain, das nach entsprechenden Eingriffen als Tablette eingesetzt wird.