Hypodontie – Unterscheidung zwischen echt und unecht

Hypodontie ist der zahnmedizinische Fachbegriff für ein Gebiss mit weniger Zähnen als es der Norm entspricht. Man unterscheidet zwischen einer echten und einer unechten Hypodontie. Bei letzterer sind im Gebiss die Anlagen zwar für alle Zähne vorhanden, aber dennoch brechen sie nicht alle durch. Die Form der unechten oder auch erworbenen Hypodontie hat ihre Ursache häufig in Unfällen, die dem Patienten als Kind, also mit dem Milchgebiss widerfahren sind. Wenn ein solcher Unfall mit dem Verlust von Zähnen verbunden ist, kann sich daraus eine Hypodontie entwickeln. Eine Erkrankung, die Bestrahlungen erforderlich machen, kann durch eben diese Behandlung ebenfalls eine Hypodontie nach sich ziehen. Dies gilt auch, wenn bei dem Betroffenen eine Schädigung des Rückenmarks vorliegt.

Echte Hypodontie ist häufig Ursache für Gebissanomalien

Neben der erworbenen Hypodontie existiert auch die echte, also angeborene Hypodontie. Dabei handelt es sich um die am stärksten verbreitete Gebissanomalie. Diese Zahnunterzahl tritt besonders häufig bei Weisheits- und Schneidezähnen auf. Genau gesagt, als Fehlen dieser beiden Zahngruppen. Die fehlende Anlage für Weisheitszähne ist in den meisten Fällen erblich bedingt. Darüberhinaus kann auch eine Entwicklungsstörung für eine angeborene Hypodontie verantwortlich sein. Dann liegt in der Regel eine Kombination mit einer anderen Krankheit vor. Das kann das Down-Syndrom sein oder auch eine Anämie. Auch das Bloch-Sulzberger-Syndrom (eine Erbkrankheit mit neurologischen Symptomen) kann zusammen mit einer Zahnunterzahl auftreten. Bei einer angeborenen Hypodontie sind häufig optische Veränderungen der Zähne zu beobachten.

Diagnose, Verlauf und Therapie bei Hypodontie

Eine Hypodontie zu diagnostizieren, ist relativ unkompliziert. Eine Röntgenaufnahme reicht aus, damit der Zahnarzt die fehlenden Anlagen erkennen kann. Von einem klassischen Krankheitsverlauf mit einer Entwicklung kann man hier jedoch kaum sprechen. Wenn die Anlage existiert, bleibt sie auch. Wie eine Therapie verläuft, hängt von der Anzahl und der Platzierung der fehlenden Zähne zusammen. Auch der Zeitpunkt des Therapiebeginns spielt eine Rolle, je früher desto Erfolg versprechender. Je nach individueller Gebiss-Situation kommen verschiedene Therapieansätze in Frage. Dazu gehören kieferchirurgische und keiferorthopädische Maßnehmen ebenso wie Prothetik oder auch Implantate. Für welche dieser Therapien der Zahnarzt sich entscheidet, ist von Fall zu Fall verschieden und hängt von den Beschwerden ab, die durch die Zahnunterzahl entstehen.